Beschaffung

Auch im Jahr 2011 werden wir unser Beschaffungsmanagement nachhaltig optimieren: Preise, Konditionen und insbesondere die Qualität sind zentrale Bausteine, um unseren Ertrag weiter zu steigern.

Die Rohstoffnachfrage ist weltweit gestiegen. Um dieser Entwicklung zu begegnen, baut Fresenius Medical Care das Lieferantenmanagement sowohl regional als auch überregional weiter aus. Es gilt, die Versorgung mit hochwertigen Rohmaterialien und Halbfertigprodukten zu günstigen Konditionen sicherzustellen. Auch die Fertigungskette soll insgesamt profitabler gestaltet werden: Bereits bei der Entwicklung von Produkten und Produktionsverfahren wollen wir vom Know-how wichtiger Zulieferer profitieren. Wir binden Partner ein, die für Fresenius Medical Care komplette Produktmodule oder Baugruppen entwickeln und liefern. Nachdem im Jahr 2010 die Regionen ihre Einkaufsstrategie insbesondere bei Produktionsmaterialien harmonisiert haben, wollen wir nunmehr auch beim indirekten Bedarf Synergien erzielen. Dazu gehören alle Güter und Dienstleistungen, die nicht direkt in die Fertigung eingehen, z. B. Informationstechnologie, Energie, Fracht- oder Beratungsleistungen.

Die Beschaffungsaktivitäten von Fresenius Kabi werden im Jahr 2011 vor allem durch folgende Faktoren beeinflusst: erstens durch die erhebliche Volatilität sowohl der Preise für Basisrohstoffe als auch der Wechselkurse handelsstarker Währungen, zweitens durch die Auswirkungen der anhaltenden Finanzkrise in einigen europäischen Ländern und drittens durch die schwer einschätzbaren finanz- bzw. wirtschaftspolitischen Maßnahmen großer Volkswirtschaften. Diese Einflüsse erschweren eine Vorhersage der Preisentwicklung der für Fresenius Kabi relevanten Basisrohstoffe und deren Folgeprodukte. Im Jahr 2010 bewegten sich die Preise einer Reihe von Basisrohstoffen bereits nahe ihrer jeweiligen Höchstwerte des Jahres 2008. Es bleibt abzuwarten, ob sich dieser Trend weiter fortsetzen wird. Für Produkte, deren Preise an die relevanten Basisrohstoffpreise gebunden sind, wird der Preis im Jahresverlauf zu fest vereinbarten Terminen neu fixiert.

Bei Wirkstoffen für I.V.-Arzneimittel konnten wir bereits wichtige Abschlüsse für das Jahr 2011 tätigen.

Die Energiemärkte sind extrem volatil und spekulationsgetrieben. Bereits in der Talsohle der Wirtschaftskrise haben wir für Strom einen Abschluss für das Jahr 2011 getroffen und so gegenüber dem Vorjahr eine positive Entwicklung unserer Kostenposition gesichert. Dies wird jedoch praktisch neutralisiert, da sich der Zuschlag für erneuerbare Energien im Jahr 2011 um 72 % erhöht und zudem Steuerermäßigungen wegfallen. Außerdem rechnen wir mit Preissteigerungen für Gas.

Das auf drei Jahre ausgelegte Projekt Global Sourcing Initiative wird auch im Jahr 2011 einer unserer Schwerpunkte in den Beschaffungsaktivitäten sein. Die im Rahmen des Projekts definierten Maßnahmen beziehen sich sowohl auf den Preis als auch auf den Verbrauch und die Substitution von Einsatz- bzw. Verbrauchsmaterialien.

Der HELIOS-Konzerneinkauf plant, im Jahr 2011 das Projekt zur einheitlichen Darstellung der Verbrauchsdaten abzuschließen: Nach einer Validierungsphase soll das System allen Kliniken im HELIOS-Verbund zur Verfügung stehen. In weiteren strategischen Projekten legen wir unseren Fokus auf die Medizintechnik. In einem ersten Schritt werden mit den Anwendern im Klinikverbund Produktstrategien entwickelt, die sich sowohl auf die medizinische Verwendung als auch auf die Qualitätsanforderungen konzentrieren. Konzernweit sollen in einem zweiten Schritt Einkaufsmengen gebündelt werden, um Kostenpotenziale zu heben.

Der Stromeinkauf für das Jahr 2011 wurde bereits im 1. Quartal 2009 getätigt. Gegenüber dem Jahr 2010 konnten wir den Strompreis für das Jahr 2011 um 15 % senken. Die Einsparung kompensiert teilweise den erhöhten Zuschlag für erneuerbare Energien. Auch den Erdgasbedarf haben wir bereits frühzeitig gedeckt. Für das Lieferjahr 2011 (31.10.2010 bis 31.10.2011) sank der Erdgaspreis um rund 15 % im Vergleich zum Lieferjahr 2010.

Langfristig will HELIOS alle Klinikstandorte auf eine teilweise Wärmegewinnung durch erneuerbare Energien umrüsten. Bereits drei Standorte beziehen Energie über einen Biomassekessel (Pellets). Im Jahr 2011 wird deren Einsatz an weiteren Standorten untersucht und vorbereitet.

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