Finanzierung

Fresenius deckt den Finanzierungsbedarf durch eine Kombination aus operativen Cashflows, die in den Unternehmensbereichen erwirtschaftet wurden, und durch die Aufnahme von kurz-, mittel- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Wichtige Instrumente neben Bankfinanzierungen sind Anleihen, Schuldscheindarlehen, ein Commercial-Paper-Programm und ein Forderungsverkaufsprogramm.

Die Finanzierungsaktivitäten im Berichtsjahr waren auf die Refinanzierung bestehender bzw. fällig werdender Finanzierungsinstrumente ausgerichtet. Die Konditionen konnten teilweise verbessert werden.

  • Im Januar 2010 hat Fresenius Medical Care eine vorrangige, unbesicherte Anleihe im Volumen von 250 Mio € platziert. Die Anleihe wird im Jahr 2016 fällig. Der Coupon beträgt 5,5 %. Bei einem Ausgabepreis von 98,6636 % ergab sich eine Rendite von 5,75 %. Der Emissionserlös wurde zur Rückzahlung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten und für allgemeine Geschäftszwecke verwendet.
  • Im März 2010 hat die damalige Fresenius SE die Konditionen der syndizierten Kreditvereinbarung aus dem Jahr 2008 nach Verhandlungen mit den Darlehensgebern deutlich verbessert. Im Rahmen der Vertragsanpassung konnte der Zinssatz der rund 1,2 Mrd US$ großen Darlehenstranche B (neu: Darlehenstranche C) reduziert werden. Der neue Zinssatz setzt sich zusammen aus dem jeweiligen Geldmarktsatz (LIBOR und EURIBOR), für den eine Untergrenze von 1,50 % (bisher 3,25 %) gilt, und einer Marge von 3,00 % (bisher 3,50 %). Die Neuverhandlung der Konditionen war möglich geworden, da sich seit Abschluss der syndizierten Kreditvereinbarung sowohl die Verschuldungskennziffern von Fresenius als auch die Konditionen am Fremdkapitalmarkt deutlich verbessert hatten.
  • Im September 2010 hat Fresenius Medical Care die syndizierte Kreditvereinbarung aus dem Jahr 2006 verlängert und aufgestockt. Die Laufzeit der revolvierenden Kreditlinie und der Darlehenstranche A wurde um zwei Jahre bis 31. März 2013 verlängert. Somit werden diese Fazilitäten am selben Termin zur Rückzahlung fällig wie die Darlehenstranche B (Term Loan B) in Höhe von derzeit rund 1,5 Mrd US$. Aufgrund der breiten Zustimmung der Darlehensgeber und des großen Interesses im Bankenmarkt konnte der Kreditrahmen der revolvierenden Kreditlinie und der Darlehenstranche A (Term Loan A) zudem um 250 Millionen US$ auf insgesamt rund 2,565 Mrd US$ erhöht werden. Der erweiterte Kreditrahmen ist für die Finanzierung allgemeiner Geschäftszwecke und des Nettoumlaufvermögens vorgesehen. Diese Transaktion trug dazu bei, das Fälligkeitsprofil der Finanzverbindlichkeiten zu verlängern.
  • Im Februar 2011 hat Fresenius Medical Care über ihre Tochtergesellschaften Fresenius Medical Care US Finance, Inc. eine vorrangige, unbesicherte Anleihe über 650 Mio US$ und über FMC Finance VII S.A. über 300 Mio € ausgegeben. Die US-Dollar-Anleihe wurde zu einem Preis von 99,06 %begeben. Bei einem Coupon von 5,75 % wird die Rendite auf Endfälligkeit bei 5,875 % liegen. Die Euro-Anleihe wurde zum Nennwert ausgegeben und hat einen Coupon von 5,25 %. Beide Anleihen haben eine Laufzeit bis 2021. Der Emissionserlös wird zur Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten, für Akquisitionen einschließlich der Übernahme des Dialysedienstleistungsgeschäfts von Euromedic (IDC) und für allgemeine Geschäftszwecke verwendet.

Weitere Refinanzierungen in größerem Umfang sind im Fresenius-Konzern erst ab dem Jahr 2012 notwendig, wie die untenstehende Grafik zeigt.

Die Fresenius SE & Co. KGaA verfügt über ein Commercial-Paper-Programm, in dessen Rahmen kurzfristige Schuldtitel bis zu 250 Mio € ausgegeben werden können. Am 31. Dezember 2010 und 31. Dezember 2009 waren keine Wertpapiere begeben.

FÜNFJAHRESÜBERSICHT FINANZLAGE


in Mio € 2010 2009 2008 2007 2006
1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vorräte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und erhaltene Anzahlungen
Operativer Cashflow 1.911 1.553 1.074 1.296 1.052
in % vom Umsatz 12,0 11,0 8,7 11,4 9,8
Working Capital1 3.577 3.088 2.937 2.467 2.322
in % vom Umsatz 22,4 21,8 23,8 21,7 21,5
Investitionen in Sachanlagen, netto 733 662 736 662 571
Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden 1.178 891 338 634 481
in % vom Umsatz 7,4 6,3 2,7 5,6 4,5

in Mio € 2010 2009 2008 2007 2006
1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vorräte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und erhaltene Anzahlungen
Operativer Cashflow 1.911 1.553 1.074 1.296 1.052
in % vom Umsatz 12,0 11,0 8,7 11,4 9,8
Working Capital1 3.577 3.088 2.937 2.467 2.322
in % vom Umsatz 22,4 21,8 23,8 21,7 21,5
Investitionen in Sachanlagen, netto 733 662 736 662 571
Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden 1.178 891 338 634 481
in % vom Umsatz 7,4 6,3 2,7 5,6 4,5

Der Fresenius-Konzern nahm im Rahmen von bilateralen und syndizierten Bankkrediten Mittel in Höhe von rund 4,6 Mrd € in Anspruch. Darüber hinaus bestehen per 31. Dezember 2010 rund 2,0 Mrd € freie Kreditlinien (einschließlich fest zugesagter Kreditlinien in Höhe von 1,4 Mrd €). Die Mittelaufnahme im Rahmen dieser Kreditlinien ist im Allgemeinen zur Finanzierung von Betriebsmitteln vorgesehen und ist in der Regel unbesichert – mit Ausnahme der Kreditvereinbarung aus dem Jahr 2008 der damaligen Fresenius SE und der Fresenius Medical Care-Kreditvereinbarung aus dem Jahr 2006.

Am 31. Dezember 2010 haben sowohl die damalige Fresenius SE als auch die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA einschließlich aller Tochtergesellschaften die Kreditauflagen und Verpflichtungen aus sämtlichen Finanzierungsverträgen erfüllt.

Detaillierte Informationen zur Finanzierung des Fresenius-Konzerns finden Sie im Anhang.

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